Mehr Support beim Schreiben – November ist Academic Writing Month

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Wissenschaftliches Schreiben kann alles sein: Passion, Pflichtaufgabe oder Pein. Manchmal ist es eine Mischung aus alledem mit entsprechender Achterbahn der Gefühle von Freude, Langeweile, Angst, Neugier, Frust, Stress, Enttäuschung und Genugtuung. Hinzu kommt oft ein ablenkendes, forderndes oder hinderliches Umfeld im beruflichen und privaten Bereich.

Und nicht zuletzt die Einsamkeit. Wissenschaftliches Schreiben ist häufig eine einsame Beschäftigung, nicht nur, weil das eigentliche Schreiben selbst bei Co-Autorenschaft allein erfolgt. Oft ist es eine fachliche Einsamkeit, wenn Forschende oder Promovierende sich inhaltlich in entlegene Bereiche vorwagen. Es kann aber auch eine soziale Einsamkeit sein, wenn einem im persönlichen Umfeld wenig Verständnis für das wissenschaftliche Schreiben entgegengebracht wird oder einem die empathischen Gesprächspartner fehlen. Das muss aber nicht so sein!

Academic Writing Month

Im Jahr 2011 fand zum ersten Mal der Academic Writing Month („AcWriMo“) in Analogie zum National Novel Writing Month („NaNoWriMo“) statt. Dieses seitdem jährlich stattfindende Event ist webbasiert, global und interdisziplinär. Auf diese Weise kann man kostenlos eine Gruppe Gleichgesinnter finden und seine Produktivität erhöhen.

Als Teilnehmer definiere ich mein Ziel, eine bestimmte Anzahl an Wörtern, an Stunden oder an Schreibprojekten zu erreichen. Die öffentliche Bekanntgabe hat einen ähnlichen Effekt, wie wenn man anderen mitteilt, dass man abnehmen oder mehr Sport machen möchte. Es wird zum einen realer und zum anderen gibt es ein durch ein Publikum nochmals eine höhere Verbindlichkeit und somit für viele nochmal mehr Motivation.

Zum Academic Writing Month gehört es auch, diesen so gut es geht vorzubereiten, denn Schreiben passiert ja häufig nicht aus dem Nichts, sondern Recherche, Lektüre, Versuchsreihen gehen dem voraus. Über ihren Fortschritt im Schreibprozess posten die Teilnehmenden auf Social-Media-Kanälen. Ganz zum Schluss veröffentlicht jede_r, ob die deklarierten Ziele auch erreicht wurden.

Insgesamt liegt dem Academic Writing Month die Idee zugrunde, dem Schreiben für einen Monat lang eine Priorität einzuräumen, fokussierter zu arbeiten, Gewohnheiten, die das Schreiben fördern, (wieder) einzuüben und vor allem sich die Zeit für den Schreibprozess zu gönnen und dadurch auch diesen mehr genießen zu können. Es geht also weniger um Masse, wie der Academic Writing Month anfänglich auch missverstanden wurde und in der Kritik stand, sondern um eine bewusste Hinwendung zu einem Teil des wissenschaftlichen Arbeitens, der wesentlich ist, seine Zeit braucht und besondere Aufmerksamkeit verdient.

Medien und Angebote der MHH-Bibliothek

Forschende, Promovierende und alle weiteren, die wissenschaftliche Texte produzieren, finden in der Bibliothek Literatur zum wissenschaftlichen Arbeiten im Allgemeinen und zum wissenschaftlichen Schreiben im Speziellen.  Wer am Regal browsen möchte, findet im unteren Lesesaal bei der Aufstellung unter „LB“ allgemeine Literatur zu den Bereichen wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben sowie Promovieren und unter „WZ 345“ entsprechende Literatur, aber spezifisch für Medizin und naturwissenschaftliche Fächer.

Für alle, die ein Buch in englischer Sprache nicht scheuen, ist „Writing your dissertation in fifteen minutes a day: a guide to start revising, and finishing your doctoral thesis“ von Joan Bolker (Signatur der MHH-Bibliothek: MonoLS LB 2369“MD 9437) sehr zu empfehlen. Der Titel ist, wie Bolker bereits eingangs selbst zugibt, sehr plakativ und spiegelt eher eine innere Haltung wider als einen realistisches Zeitpensum für die Promotion.

Das Buch aus dem Jahr 1998 ist dennoch sehr hilfreich, auch wenn man noch nicht oder nicht mehr an seiner Dissertation schreibt. Das erste Kapitel widmet sich der Themensuche, der Recherche und den Arbeitsprozessen. In späteren Kapiteln wird der Schreibprozess noch genauer unter die Lupe genommen, vor allem die verschiedenen Versionen, die man erzeugen wird, aber auch welche Probleme sich einem in den Weg stellen können. Bolker liefert eine sehr gute Gliederung, so dass man sich interessante Abschnitte schnell aus dem Inhaltsverzeichnis herauspicken kann. Die Verfasserin schreibt aber auch so angenehm, dass man ohne Probleme das gesamte Buch wegschmökern kann.

Zur Vorbereitung auf den Academic Writing Month kann auch eine Beschäftigung mit relevanten Datenbanken.

dienen. Die Bibliothek der MHH bietet Schulungen zu PubMed und Web of Science an. Natürlich kann es beim Schreiben ein Literaturverwaltungsprogramm helfen, mit welchem nicht nur die bibliographischen Daten der verwendeten Literatur erfasst werden, sondern auch Inhalte zusammengefasst, Zitate festgehalten und Exzerpte erstellt werden können. An der MHH steht dafür das Programm RefWorks zur Verfügung. Auch hierzu kann eine Schulung in der Bibliothek besucht werden. Für Interessierte gibt es auch auch eine Doppelveranstaltung zu Recherche und Literaturverwaltung. Einfach mal auf unserer Website unter Schulungen nachschauen. Über die vorgeschlagenen Themen und Termine hinaus bieten wir auch gerne weitere Einzel- und Gruppenschulungen an.

Wer sich beim Publizieren, auch bei Dissertationen, für Open Access interessiert und insbesondere für den Publikationsfonds, auch dafür haben wir Ansprechpersonen. Auch das Thema der Veröffentlichung von Forschungsdaten und das dazugehörige Management erhält immer größere Bedeutung. Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie dahingehende Fragen haben.

Weiterer Support

Speziell für Forschende und Promovierende gibt es an der MHH vielfältige Informationen, Angebote und Ansprechpartner. Dabei werden Formate und Netzwerke beständig überarbeitet, ergänzt und weiter ausgebaut. Zum Beispiel hat ein Team von Studierenden und Promovierenden der MHH einen Promotionsleitfaden erstellt, der im ILIAS unter AStA -> Promotionsleitfaden zu finden ist. Ebenfalls im ILIAS findet sich Material der Informationsveranstaltung zur Medizinischen Promotion an der MHH.

Mit diesem Blogartikel hoffen wir, einen kleinen Beitrag zu leisten, auf Informationen und Angebote aufmerksam zu machen, zur Teilnahme am Academic Writing Month anzuregen und zur Bildung von Teams anzuregen, die sich im wissenschaftlichen Arbeiten und Schreiben gegenseitig unterstützen, anregen und anfeuern.

In diesem Sinne, frohes Schaffen im AcWri-November! Gerne mit einem Kommentar sich schon einmal auf das Schreiben einstimmen 😉

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